Es geht sportlich nicht voran bei der Borussia aus Dortmund. Gegen den Tabellenletzten und Aufsteiger SC Paderborn gab es im Westfalenstadion ein 3:3 nach 0:3-Rückstand und in Barcelona war das 1:3 deutlicher, als es das Ergebnis aussagt. Und das Achtelfinale in der Champions League ist in Gefahr.
Doch der 2:1-Auswärtssieg in Berlin gibt Anlass zum Optimismus: trotz einer komplette Halbzeit in Unterzahl konnte Schwarz-Gelb den ersten Auswärtssieg seit dem 3:1 in Köln einfahren. Ob Trainer Lucien Favre auch nach der Winterpause noch an der Seitenlinie tätig sein wird, steht in den Sternen.
Heim-Pleite gegen Paderborn
Lucien Favre ließ gegen den Aufsteiger im großen Stil rotieren – die wichtigste Personalie: Paco Alcacer durfte von Beginn an spielen.
Hier kommt die schwarzgelbe Startelf für #BVBSCP! 👏 pic.twitter.com/jYFnTzw0YH
— Borussia Dortmund (@BVB) November 22, 2019
Vor dem Spiel war klar: alles andere als ein deutlicher Heimsieg gegen das Tabellenschlusslicht war nicht akzeptabel. Und deshalb war mein Tipp auch ein deutliches 3+1:0 für den BVB. Doch ich lang ganz schön daneben.
Einen blitzsauberen Konter spielte der Aufsteiger klasse aus und es stand 0:1 (5.) – und Nico Schulz machte dabei eine schlechte Figur. Vor dem Spiel hatte ich noch gewitzelt, dass es eine Mega-Quote auf einen Paderborner Sieg gibt. Und schon lag Dortmund zurück. Unfassbar.
Geht dann halt 6:1 aus, nicht 6:0.
— Onkel Dagobert (@Dagobert95) November 22, 2019
Eine geschlagene Viertelstunde dauerte es bis zur ersten Torchance der Borussia, doch Raphael Guerreiro war mit seinem Distanzschuss zu eigensinnig und hatte den besser postierten Alcacer übersehen. Und zehn Minuten war es erneut der Portugiese, der einen flachen Ball knapp rechts vorbei am Tor der Gäste versenkt hat.
Das sogenannte Pressing, das der #BVB seit Wochen veranstaltet, werde ich nie begreifen. Drei Mann gehen halbherzig drauf, dahinter klafft eine Lücke, die es jeder Mannschaft problemlos ermöglicht, sich rauszukombinieren. #BVBSCP
— Sebastian Weßling (@fluestertweets) November 22, 2019
Und das war noch nicht alles. In der 37. Minute ging der SCP 2:0 in Führung. Das Spiel der Gastgeber war in der ersten Halbzeit einfach schlecht. Wenig Torgelegenheiten, schlampige Abspiele und wenig Erwärmendes wurden auf dem Platz gezeigt. Die doppelte Führung der Ostwestfalen war absolut verdient zur Pause. Und ich fühlte mich zum kotzen schlecht.
Und genau so fällt das 0:2: Halbherziges Pressing, Dahoud verliert im Zentrum den Zweikampf, die Abseitsfalle klappt nicht und Weigl ist langsamer als Mamba. Das ist einer Spitzenmannschaft wirklich unwürdig. #BVBSCP
— Sebastian Weßling (@fluestertweets) November 22, 2019
Es gab Frust auf allen Ebenen bei den Borussen. Und zu allem Übel musste Alcacer vor der Pause verletzt ausgewechselt werden. Ausgerechnet der Spanier, der erst wieder fit geworden ist.
Ich schrieb das ja schon vor ein paar Wochen. Aber wir müssen ja erst mehrfach auf die Fresse bekommen.
Ist der Trainermarkt so leer? @BVB #BVBSCP https://t.co/aKQCKnwLpg
— Lali (@DasDoHD) November 22, 2019
Als das 0:3 in der 43. Minute gefallen ist, war ich orientierungslos: wo war ich gelandet? Ich hatte keine Worte mehr für diese Nicht-Leistung.
— Marc Höttemann 🏃🏻 👟 🥇 📱 🕹 📚👨🏼💼 🏖 🖋 (@Ostwestf4le) November 22, 2019
Wie sehr kann eine Mannschaft gegen den eigenen Trainer spielen?
Frage für einen befreundeten Ballspielverein.#BVBSCP
— Tuppi (@Tuppi1909) November 22, 2019
0:1 – „Ach, noch so viel Zeit gegen den 18., gewinnen wir noch!“ 💪
0:2 – „Oh, wieder wie gegen Inter, ist also noch alles möglich…“ 🤔
0:3 – „Puh… Unentschieden noch drin? Oder doch vll lieber Volleyball oder so anschauen…?!?“ 😢#BvB #BVBSCP— LangweileDich.net 🥱 (@LangweileDich) November 22, 2019
Favre reagierte zur Pause und brachte Julian Brandt für Alcacer, Achraf Hakimi für Schulz und Thorgan Hazard für Dahoud. Und das zeigte gleich Wirkung. Sancho gelang der Anschlusstreffer zum 1:3 auf Vorlage von Hakimi zwei Minuten nach dem Seitenwechsel – ging noch etwas? Der BVB wusste, dass er verdammt viel gut zu machen hatte.
Man sieht was die Psyche auch im Sport ausmacht. Auch wenn es nur das 1:3 ist- was Entschlossenheit und Mut ausmachen. Warum nicht gleich so?!
— Senfrock (@Senfrock) November 22, 2019
Der Schwung, der nach dem Anschlusstreffer folgen sollte, verpuffte allerdings genauso schnell, wie er gekommen war.
Eine Viertelstunde mit ordentlich Wut im Bauch. Und danach? Mut der Verzweiflung. Heute gibt es bislang kein Spielerzeugnis, sondern ein Armutszeugnis. So deutlich muss man das sagen. #BVBSCP #BVB
— Sascha Staat (@saschastaat) November 22, 2019
Die Aufholjagd war nicht von Erfolg gekrönt. Dafür war der 0:3-Rückstand zur Halbzeit zu deutlich. Und die Offensive und das deutlich verbesserte Spiel der Borussen kam einfach zu spät. Oder doch nicht?
Ein Verein in Trümmern.#BVB #BVBSCP
— Nullneun (@Nullneun_Pod) November 22, 2019
Als Axel Witsel das 2:3 nach Vorlage von Mats Hummels gelang (84. Minute), kam Hoffnung auf. Der Kapitän sorgte für den Ausgleich. Flanke Jadon Sancho und Marco Reus mit dem 3:3 (90.+2.). Mehr als ein Punkt waren es dann aber nicht. Eins war mir klar: Lucien Favre ist nicht das Problem. Die Mannschaft ist das Problem. Sie kann Fußball spielen. Wenn sie will.
. @woodyinho bei @DAZN_DE: "Das war absolute Scheiße."
— BALL⚽Texter (@BALLtexter) November 22, 2019
#Reus: "Wir müssen uns bei allen Leuten hier im Stadion entschuldigen. Keine Erklärung für die 1te Halbzeit. Wir haben uns dafür richtig geschämt. So, dürfen wir nie, nie, nie spielen. Das war absolute scheiße!" [dazn] @BVB #BVBSCP
— Lali (@DasDoHD) November 22, 2019
Wer gedacht hat, dass das 0:4 in München der Tiefpunkt gewesen ist, sollte sich irren. Die Heimniederlage gegen den Tabellenletzten hat gezeigt, dass es noch schlimmer geht. Quo vadis, BVB 🐝 ⚽ 💛?
Zuhause. Direkt mal die Zusammenfassung gegeben.
Diese drei Gegentore sehen im TV ja noch fürchterlicher aus als im Stadion.
Wir müssen doch nicht (nur) über den Trainer reden, wenn wir solche Gegentore bekommen. Das ist individuelles Versagen auf unterstem Niveau. #BVBSCP
— Clemens Boisserée (@BoissereeC) November 23, 2019
https://twitter.com/bolmkekind/status/1198144650080600064?s=21
Der Trainer ist das schwächste Glied der Kette. Kurzfristigen Erfolg bekommst du nur durch den Austausch dieser Person. Langfristig muss man aber sicherlich drastisch aussieben, wer denn wirklich beim #BVB spielen- und sich diesem Verein mit Haut und Haaren verschreiben möchte.
— Tuppi (@Tuppi1909) November 23, 2019
Diese Kombination aus Defätismus und Missgunst im kompletten BVB-Umfeld ist toxisch. Sie hat fast alle, alle Bereiche beim BVB eingenommen. Fans jeder Coleur, Mitarbeiter in der Geschäftsstelle und in Brackel – es ist allgegenwärtig.
— Jan-Henrik Gruszecki (@JH_Gruszecki) November 23, 2019
Nichts zu holen beim FC Barcelona
Die Woche der Wahrheit – so hat die Presse das Spiel in der Champions League beim FC Barcelona und die Partie in der Bundesliga bei Hertha BSC Berlin betitelt. Vor der Pflicht in der Liga ging es zur Kür nach Spanien.
Ich konnte das Spiel nicht live vor dem Fernseher verfolgen, sondern war beruflich auf einem Workshop in München. Ja, in München. Mit einigen Kollegen, die Rote sind und sich über ein 6:0 am Tag zuvor mit vier Toren von Lewandowski in Belgrad freuen konnten, und mir schwante Böses. Aber nicht jeder war so pessimistisch:
Vielleicht braucht es diese große Bühne in Barcelona. Vielleicht braucht es Messi und Griezmann. Vielleicht braucht es das um die Blockade im Kopf zu lösen und die Trendwende einzuleiten. Vielleicht ist das, dass Spiel was im Nachhinein Wendepunkt der Saison war. #BarcaBVB 🖤💛
— Alex (@Goalbuster) November 26, 2019
Bei der Aufstellung sorgte Lucien Favre für Erstaunen. Kein Jadon Sancho und kein Mario Götze. Allerdings stellte sich erst einen Tag später heraus, dass Favre aus disziplinarischen Gründen vorerst auf Sancho verzichtet hatte.
⭐️ Unsere #Startelf für #BarcaBVB 👇 pic.twitter.com/sN2MM7Wo53
— Borussia Dortmund (@BVB) November 27, 2019
Schon direkt nach dem Anpfiff hatte Nico Schulz die große Chance zur Führung. Es sollte lange die letzte gute Aktion der Borussen sein. Danach spielte nur noch der FCB. Los ging es mit dem 1:0 in der 29. Minute von Suarez. Ich sah mich dem Spott der Buyern-Fans ausgesetzt
Das wurde nicht besser mit dem 2:0 von Messi vier Minuten danach. Ich war bedient und habe mich über den Schnaps gefreut. In der zweiten Halbzeit kam der verschmähte Sancho für Nico Schulz ins Spiel. Dortmund machte das Spiel und Barcelona die Tore. Mitten in die stärkste Dortmunder Phase fiel das 0:3 von Griezman (67.), ehe Sancho in der 77. Minute den Ehrentreffer erzielte.
Damit kommt es am letzten Spieltag der Gruppenphase zum Endspiel. Mit der Niederlage in Spanien ist der BVB auf den dritten Platz gerutscht und muss im Heimspiel gegen Prag gewinnen, während Inter Mailand gegen Barcelona nicht gewinnen darf.
Auswärtssieg bei Hertha BSC trotz Unterzahl
Nach der Niederlage in Barcelona ging es bei Hertha BSC um drei wichtige Punkte in der Liga. Die Berliner hatten unter der Woche mit Jürgen Klinsmann einen neuen Trainer verpflichtet und dementsprechend groß waren die Erwartungen bei den Blau-Weißen.
Spieltach Freunde! Auch wenn der Trainer nicht alles richtig macht, die Mannschaft ist in der Pflicht und ich wünsche mir nichts mehr als einen Sieg in Berlin. Wer auf eine Niederlage und damit verbunden Entlassung Favres hofft, ist Fan des falschen Vereins! #BVB
— Senfrock (@Senfrock) November 30, 2019
Unsere Start-1️⃣1️⃣ für #BSCBVB! pic.twitter.com/iNqEMOaTyc
— Borussia Dortmund (@BVB) November 30, 2019
Die Wende oder das Ende (für Lucien Favre)?
Was meint ihr? #bscBVB
— Marc Höttemann 🏃🏻 👟 🥇 📱 🕹 📚👨🏼💼 🏖 🖋 (@Ostwestf4le) November 30, 2019
Hertha spielte von Beginn an hart, teilte Ellbogen-Checks aus und Dortmund erzielte die Tore. Erst Jadon Sancho nach Vorlage von Julian Brandt nach einer Viertelstunde und kurze Zeit später erhöhte Thorgan Hazard nach Zuspiel von Achraf Hakimi auf 2:0 (16.). Endlich zwei starke Aktionen am Stück, endlich mal wieder eine frühe und doppelte Führung für die Borussia.
Der Pass von #Brandt auf #Sancho hätte bereits als Tor zählen müssen- ganz stark. Jetzt dranbleiben Jungs! Und während ich das Schreibe 2:0 durch #Hazard. So geht dranbleiben. Und trotzdem: Weiter dranbleiben 😉
— Senfrock (@Senfrock) November 30, 2019
Aber wichitg: Der #BVB geht drauf, spielt schneller und will die Tore. Genau so muss man gegen einen kleineren Gegner spielen. Und dies von Anfang an.
Jetzt weitermachen und auf das 3:0 gehen #BSCBVB
— Lali (@DasDoHD) November 30, 2019
27. Min: Wir spielen übrigens heute mit 3️⃣er-Kette: Zagadou, Hummels, Akanji. Die drei machen bislang hinten dicht. 💪🚧#BSCBVB 0-2
— Borussia Dortmund (@BVB) November 30, 2019
Doch Hertha kam trotz eigener Unzulänglichkeit nach 34 Minuten zum 1:2, als ein abgefälschter Schuss unhaltbar für Roman Bürki gewesen ist. Und da war sie wieder, die Angst des Dortmund-Fans vor dem 2:2. Und der BVB schwächte sich selbst. Gelb-rote Karte für Mats Hummels nach Foul an Selke (45.).
In Unterzahl ging es in Hälfte 2 und ich war alles andere als optimistisch. Oder um es mit Saschas Worten zu sagen:
Da der #BVB die ganze Zeit schon mit einem Mann weniger agiert, sollte sich der Platzverweis für #Hummels nicht allzu sehr auswirken, solange #Favre zur Pause #Reus auswechselt. #BSCBVB
— Sascha Staat (@saschastaat) November 30, 2019
Und der BVB konnte dem Druck nicht standhalten. 2:2 (48.) – mal wieder zum Kotzen 🤢 Oder doch nicht!? Nach Einschalten des VAR wurde Selkes Treffer wegen Abseits anuliert. Eine ganz knappe Kiste. Aber eine richtige Entscheidung.
https://twitter.com/reusszn/status/1200802500678311936?s=21
https://twitter.com/uersfeld/status/1200802311397953537?s=21
Trotz Überzahl bekam Berlin wenig offensiv zustande – und der BVB hielt den Kasten vorerst sauber. Hertha nervte am meisten mit Fouls – und allein deshalb hatten die Hauptstädter den Sieg definitiv nicht verdient. Aber ist der Fußball gerecht?
Sorry, @HerthaBSC ist so ein Treter-Verein, das ist einfach unfassbar! #BSCBVB
— Marc Höttemann 🏃🏻 👟 🥇 📱 🕹 📚👨🏼💼 🏖 🖋 (@Ostwestf4le) November 30, 2019
Es war bis zum Schlusspfiff eine Zitterpartie und nichts für schwache Nerven. Vier Minuten Nachspielzeit gab es oben drauf. Lucien Favre brachte in der Schlussphase Lukas Piszczek, Marcel Schmelzer und Mario Götze für Hazard, Sancho und Reus.
Am Ende reichte es für einen Sieg. Drei Punkte gegen einen Abstiegskandidaten, die immens wichtig gewesen sind. Wichtig für die Mannschaft, die eine Halbzeit in Unterzahl spielen musste. Wichtig für den Trainer. Und wichtig für die Moral.
1000 Tode gestorben. Ächz. Fußball. Geil.
— Mathias (@Scherben81) November 30, 2019
Und die Moral von der Geschicht‘:
Wenn zehn Mann füreinander kämpfen und Du drei dreckige Punkte mitnimmst, kann so ein Spiel richtig Spaß machen. #BSCBVB #BVB— fliggwerk (@FFligge) November 30, 2019
Ja, Hertha war schwach. Aber gerade gegen schwache Teams hat man doch in der Vergangenheit regelmäßig Punkte liegengelassen. Heute hat man das mal nicht zugelassen. Kann man doch mal anerkennen. #bvb #bscbvb
— Urs Lamm (@LammUrs) November 30, 2019
Der Ausblick
In der Bundesliga geht es am Samstag zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf, bevor in der Champions League an gleicher Stelle das Endspiel gegen Prag stattfindet. Anschließend bringt das Liga-Geschäft eine Reise nach Mainz. Die letzten beiden Begegnungen des Jahres bestreitet der BVB gegen RB Leipzig und die TSG Hoffenheim, bevor es in die Winterpause geht.
Und dann war da noch…
Bisher sind folgende Beiträge über Borussia Dortmund in der Saison 2019/2020 erschienen:
Borussia Dortmund vor dem Start in die Saison 2019/2020
Borussia Dortmund nach drei Spieltagen in der Saison 2019/2020
Borussia Dortmund nach fünf Spieltagen in der Saison 2019/2020
Borussia Dortmund nach sieben Spieltagen in der Saison 2019/2020
Borussia Dortmund nach neun Spieltagen in der Saison 2019/2020
Borussia Dortmund nach elf Spieltagen in der Saison 2019/2020.